HealthBlokk x Startup Vorarlberg – Batch #2
Gründerin Shideh Heravi stellt sich mit HealthBlokk einer Frage, die für viele Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten und Allergien jeden Tag neu beginnt: Was kann ich essen, und wo? Aus dieser einen Frage ist ein Startup entstanden, das auf beiden Seiten des Problems ansetzt – bei den Gästen und bei den Restaurants. „Empowering healthy choices, block by block“ – so beschreibt Shideh die Mission ihres Teams.
Das Problem, das viele unterschätzen
Es gibt sehr viele Informationen über Ernährung, aber wenig davon ist auf die einzelne Person zugeschnitten. Wer Unverträglichkeiten oder Allergien hat, liest Speisekarten, googelt Zutaten, fragt im Restaurant nach – oder verzichtet im Zweifel ganz.
Auf der anderen Seite stehen die Restaurants. Sie müssen die 14 EU-Allergene korrekt angeben, schriftlich oder mündlich. Wer es mündlich macht, braucht während der gesamten Öffnungszeit eine geschulte Person im Betrieb – in der Praxis heißt das oft Excel-Listen und handschriftliche Notizen. Dazu kommt: Die EU arbeitet an einheitlichen Regeln für „kann Spuren enthalten“, geplant für Ende 2027. Solche Hinweise sollen dann auf einer dokumentierten Risikobewertung beruhen, nicht mehr auf pauschaler Absicherung.
Genau hier setzt HealthBlokk an.
Für Gäste und für Restaurants gedacht
- Die Diner App lässt Gäste Restaurants und einzelne Gerichte nach den eigenen Unverträglichkeiten filtern.
- Der KI-Ernährungscoach ist einfach per iMessage, WhatsApp oder Telegram erreichbar – ganz ohne zusätzliche App.
- Das Restaurant-Tool digitalisiert die Speisekarte und kennzeichnet automatisch die 14 EU-Allergene.
Alle drei Bausteine gehören zusammen: Ohne verlässliche Daten aus den Küchen kann auch die beste App keine verlässliche Empfehlung geben.
Auf einen Blick
- Für Gäste: Restaurants und Gerichte gefiltert nach eigenen Unverträglichkeiten finden
- Für Restaurants: digitale Speisekarte mit automatischer Allergenkennzeichnung statt Excel-Listen
- Zugang: App und KI-Coach aktuell auf Einladung, direkt anschreibbar auf iMessage oder Telegram
- Pilotpartner: Sutterlüty testet HealthBlokk unter realen Bedingungen
Von den ersten Gesprächen zum Pilotpartner
Besonders erfreulich: HealthBlokk hat zuerst mit echten Nutzer:innen gesprochen, bevor viel Technologie gebaut wurde. Ein klares Ergebnis dieser Gespräche: Die meiste Unterstützung brauchen Menschen mit Unverträglichkeiten, wenn sie außer Haus essen. Genau darauf hat das Team seinen Fokus geschärft – zuerst mit der Diner App, dann mit dem KI-Coach und dem Tool für Restaurants.
Mit Sutterlüty hat HealthBlokk einen Pilotpartner gefunden, der zeigt, dass die Idee auch außerhalb des eigenen Umfelds Interesse weckt. App und KI-Coach sind aktuell auf Einladung nutzbar, die ersten Restaurants arbeiten bereits mit dem Tool für digitale Speisekarten. Der nächste Schritt: mehr Restaurants in Vorarlberg an Bord holen und parallel die USA vorbereiten, wo iMessage der Standardkanal ist – genau darüber läuft der KI-Coach.
Wir haben mit Gründerin Shideh gesprochen – über die Idee hinter HealthBlokk, ihre größten Erfolge und darüber, welche Vision sie langfristig verfolgt.
Wie würdest du HealthBlokk in wenigen Sätzen beschreiben?
Es gibt sehr viele Informationen über Ernährung, aber wenig davon ist auf die einzelne Person zugeschnitten. Wer Unverträglichkeiten oder Allergien hat, liest Speisekarten, googelt Zutaten, fragt im Restaurant nach oder verzichtet im Zweifel ganz.
Auf der anderen Seite stehen die Restaurants. Sie müssen die 14 EU-Allergene korrekt angeben, schriftlich oder mündlich. Wer es mündlich macht, braucht während der gesamten Öffnungszeit eine geschulte Person im Betrieb. In der Praxis heißt das oft Excel-Listen und handschriftliche Notizen, und wenn die geschulte Person frei hat, wird es schwierig.
Dazu kommt, dass die EU an einheitlichen Regeln für „kann Spuren enthalten“ arbeitet, geplant für Ende 2027. Solche Hinweise sollen dann auf einer dokumentierten Risikobewertung beruhen, nicht mehr auf pauschaler Absicherung. Zuerst betrifft das verpackte Lebensmittel, es verändert aber auch, welche Auskunft Gäste von einem Restaurant erwarten.
Wir arbeiten an beiden Seiten dieses Problems.
Wie ist die Idee zu HealthBlokk entstanden?
Aus einer einfachen Frage: Warum gibt es so viele Apps, die dokumentieren, was wir essen, aber so wenige, die uns im Moment der Entscheidung helfen? Zum Beispiel beim Blick auf eine Speisekarte oder bei der spontanen Suche nach einem Restaurant. Ich wollte kein weiteres Ernährungstagebuch bauen. Angefangen haben wir deshalb mit der Diner App, einer Suche nach Restaurants und Gerichten, gefiltert nach den eigenen Unverträglichkeiten. Der KI-Coach und das Tool für Restaurants sind daraus entstanden.
Was waren deine größten Erfolge?
Die Idee aus dem Kopf in die Realität zu bringen: die ersten User Interviews, der MVP und das Feedback von echten Menschen. Heute sind App und KI-Coach nutzbar, aktuell auf Einladung. Die ersten Restaurants arbeiten mit unserem Tool für digitale Speisekarten und Allergenkennzeichnung, und mit Sutterlüty haben wir einen Pilotpartner. Das zeigt uns, dass die Idee auch außerhalb unseres Umfelds Interesse weckt.
Welche Rolle spielen Pilotkund:innen wie Sutterlüty?
Sie lassen uns HealthBlokk unter realen Bedingungen testen. Ob ein Produkt im Konzept funktioniert oder ob Menschen es im Alltag nutzen, ist ein großer Unterschied. Von Pilotpartnern bekommen wir Feedback aus der Praxis und sehen, wo wir echten Mehrwert schaffen.
Wo steht HealthBlokk aktuell?
App und KI-Coach sind im Einsatz, im Moment nur auf Einladung. Wer den Coach ausprobieren möchte, schreibt ihn auf iMessage oder Telegram direkt an und bekommt von uns Zugang. Wir machen das bewusst so, weil wir bei jeder neuen Gruppe genau hinschauen wollen, was funktioniert und was nicht. Parallel arbeiten die ersten Restaurants mit unserem Tool. Wir sind in einer frühen Phase, in der wir vor allem lernen: Welche Funktionen schaffen wirklich Mehrwert? Unser Fokus liegt auf einem Produkt, das einfach, nützlich und vertrauenswürdig ist.
Was sind eure nächsten Schritte?
Den Zugang schrittweise öffnen, unsere Pilotpartnerschaften ausbauen und mehr Restaurants in Vorarlberg an Bord holen. Gleichzeitig bereiten wir den Schritt in die USA vor. Dort ist iMessage der Standardkanal, und genau darüber läuft unser KI-Coach. Wer den KI-Coach schon jetzt testen will, schreibt ihn einfach auf iMessage oder Telegram an. Wir laden laufend neue Gruppen ein. Alle Infos dazu gibt es auf healthblokk.com.
Welche Vision habt ihr langfristig?
Eine Welt, in der personalisierte Ernährung so selbstverständlich ist wie personalisierte Technologie in anderen Lebensbereichen. Niemand soll stundenlang recherchieren müssen, ob ein Restaurant, ein Gericht oder ein Lebensmittel zu ihm passt. Langfristig soll HealthBlokk verschiedene Datenpunkte zusammenbringen, von Ernährungsbedürfnissen bis zu Gesundheits- und Aktivitätsdaten, und daraus praktische Empfehlungen machen. Nicht mehr Informationen, sondern bessere Entscheidungen für den eigenen Körper.
Welchen Rat würdest du anderen Gründer:innen geben?
Nicht auf den perfekten Moment warten. Eine Idee wird nicht besser, wenn man monatelang allein darüber nachdenkt. Mit Menschen sprechen, Annahmen testen, bereit sein, die Idee zu verändern. Und sich daran gewöhnen, dass nicht alles funktioniert. Und keine Angst haben zu fragen. Fragen ist mächtig. Die meisten Menschen helfen gern, wenn man sie konkret um etwas bittet, sei es ein Gespräch, eine Einschätzung oder eine Empfehlung. Gründen heißt für mich nicht, die Lösung von Anfang an zu kennen. Es heißt, neugierig genug zu bleiben, um sie gemeinsam mit den Nutzer:innen herauszufinden.
HealthBlokk zeigt, wie aus einer sehr persönlichen Erfahrung ein Produkt werden kann, das gleich zwei Seiten eines Problems löst: Gästen mehr Sicherheit beim Essengehen geben und Restaurants von mühsamer Handarbeit befreien. Mit Sutterlüty als Pilotpartner und dem Blick Richtung USA steht das nächste Kapitel schon bevor.
Wer den KI-Coach direkt ausprobieren oder als Restaurant mitmachen möchte, meldet sich auf healthblokk.com. Und wer wie Shideh gerade an einer eigenen Idee feilt: Genau für solche Geschichten gibt es Startup Vorarlberg.
Interview: Startup Vorarlberg mit HeakthBlokk | Bilder: Bröll Fotografie / Betül Kocabay
